Parfümherstellung – Geheimnisse des Duftes

Gut riechen ist für uns wichtig. Wir duschen, cremen uns ein, stylen unsere Haare und zum Abschluss der Morgenroutine kommt noch ein schöner Duft auf die Haut. Viele greifen dann einfach zum Deodorant aus der praktischen Spraydose und heben das Parfüm, welches teuer im exklusiven Flakon funkelt, für die besonderen Gelegenheiten des Lebens auf. Doch, warum nicht auch im Alltag zu einem Parfüm greifen? Oder ist das Eau de Toilette im Badezimmerschrank nicht auch ein Parfüm? Fragen über Fragen, die ihr euch da am Morgen stellt. Gut, dass wir da sind und euch einige der Fragen hier und heute beantworten können. Wir schauen uns einmal an, was ein Parfüm eigentlich ist und erklären die Parfümherstellung. Kurz und knapp, versteht sich, denn wir wollen hier kein Buch schreiben und ihr sicher jetzt keines lesen. Also, dann kommt mal mit in die Welt des Parfüms!

Kurze Geschichte des Parfüms

Eine Reise in die Geschichte des Parfüms

Parfüm ist im Prinzip fast schon so alt wie die Menschheit. Ok, vielleicht nicht ganz so alt, aber schon im alten Ägypten stiegen duftende Rauchschwaden gen Himmel, um die Götter zu ehren, mit ihnen zu kommunizieren, sie milde zu stimmen, damit das Glück den Menschen nicht verlässt. Kurzum, genau hier liegen die Ursprünge des Parfüms, denn das Wort ist genauso alt wie die Sumerer, Ägypter und Babylonier und leitet sich aus diesen duftenden Rauchschwaden ab. Per bedeutet nichts anderes als durch und fumum heißt Rauch. Zusammen ergibt sich Parfüm.

Neben den Rauchzeichen mit Duft, wurden duftende Öle und Salben vor allem auch bei den Priestern eingesetzt, die mit ihrem Wohlgeruch ebenso die Götter ansprechen wollten. Schon im 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung (oder vor Christus, wie es euch beliebt) entwickelten sich die Städte Babylon und Ninive zu Zentren der Parfümherstellung. Von hier aus verbreiteten sich die Duftöle und Parfüms aus allerlei exotischen Kräutern, Blumen und Gewürzen in alle Teile der Welt. irgendwann kamen auch die Römer in Kontakt mit diesen herrlichen Dingen und salbten und betupften sich nicht nur, sondern badeten gar in den Duftwassern.

Parfümherstellung in Europa

Parfüm für Männer und Frauen – duftender Auftritt

In unseren Breiten hat es dann noch eine ganze Weile gedauert, bis Parfüm und die Kunst der Parfümherstellung ankamen. Noch im Mittelalter stank man fürchterlich, mied das Wasser und das Duftwasser sowieso! Als dann Siechtum, Krankheiten und vor allem die Pest mehr als ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinrafften, versuchte man diese zu bekämpfen. Doch nicht mit Wasser, was schlau gewesen wäre, sondern mit Duft in Form von Räucherungen. Naja, sie wussten es eben nicht besser und trugen Duftkugeln mit sich herum, wollten die Pest, Cholera und Pocken mit wohlriechenden Salben und allerlei Tinkturen bekämpfen. Genützt hat es nichts, aber die mangelnde Hygiene und die Scheu vor dem Wasser bescherte auch noch viele Jahre später dem Adel, der zwar hübsch gekleidet war, aber genauso widerlich roch wie die Gassen und Straßen in Europa, verschiedenste Duftwässerchen, Salben und Tinkturen.

Die Kunst der Destillation, eigentlich zur Herstellung von Arzneien und später natürlich dem trinkbaren Alkohol, brachte die Parfümherstellung voran. Ein Glück, das man so stank, sonst wäre das Parfüm vielleicht nie so in Mode gekommen und wir könnten heute nicht aus den vielen verschiedenen Parfüms, Eau de Toilettes und Deodorants unseren persönlichen Lieblingsduft auswählen. Und unseren Federico Mahori-Shop hätte es dann vermutlich auch nicht gegeben. Wir werden noch heute ein paar Kräuter und Öle verbrennen, um den Göttern für dieses Glück zu danken. Vielleicht 😉

Übrigens könnten wir noch ewig über die Geschichte des Parfüms weiterschreiben, denn es gibt noch viel zu erzählen. Wir werden sicherlich noch das ein oder andere Mal hier im Blog darauf zurückkommen und euch von der berühmten Parfümstadt Grasse oder auch der Entwicklung des Kölnisch Wasser erzählen.

Was ist eigentlich Parfüm?

Entstehung von Parfüm im Vi Tva Blog

Parfüm ist also ein Riechstoff bzw. eine Mischung von Riechstoffen, die den Körpergeruch, der nicht immer ein Genuss für unsere Nase ist, zu überdecken oder zu verändern. Parfüm ist aber, so meinen wir, vor allem ein wunderbares Mittel, um unsere Persönlichkeit zu unterstreichen und uns und den anderen Menschen mit Wohlgeruch zu faszinieren. Schauen wir uns doch an, welche Duftnoten ein Parfüm bestimmen und welche verschiedenen Duftklassen bzw. Verdünnungsklassen es gibt.

Die Duftnoten – vom Kopf bis zur Basis

Ein Parfüm hat einen Kopf, ein Herz und eine Basis. Ja, ein Parfüm hat im Prinzip einen Körper, der sich aus diesen drei Duftnoten zusammensetzt.

Die Kopfnote eines Parfüms ist das, was wir unmittelbar nach dem Auftragen wahrnehmen. Sie vermittelt uns den ersten Eindruck und es ist die Note, die wir auch auf den berühmten Duftstreifen in den Parfümerien für unsere Kaufentscheidung heranziehen. Die Kopfnote ist intensiver als die anderen Duftnoten, aber sagt meist noch nichts darüber aus, wie das Parfüm auf unserer eigenen Haut riechen wird.

Dafür ist die Herznote zuständig. Diese riecht ihr, wenn sich nah einiger Zeit die Kopfnote etwas verflüchtigt hat. Das Herz eines Parfüms ist also das, was euch als Duftcharakter den ganzen Tag begleitet. Bis zu drei Tagen kann man die Herznote manchmal noch wahrnehmen.

Die Basisnote nun ist der Duft, den man als letztes riechen wird. Es sind die langanhaltenden und schweren Bestandteile des Duftes, die bis zu einer Woche auf eurer Haut verbleiben können.

Die Duftklassen

Wenn der Parfümeur seine Duftkomposition zusammengemischt hat, kommt noch ein weiterer Schritt, ehe ihr das Parfüm in der Flasche habt. Es wird verdünnt. Je nach Grad der Verdünnung werden verschiedene Duftklassen, meist spricht man von vier Verdünnungsklassen, unterschieden. Verdünnt wird mit Industriealkohol und je höher dessen Anteil ist, desto schneller verfliegt euer Duft.

  • 1. Extrait Parfüm – 15 bis 30 Prozent Riechstoffe, bei Intense sogar bis zu 40 Prozent
  • 2. Eau de Parfüm – 8 bis 14 Prozent Riechstoffe, bei Intense auch bis zu 20 Prozent
  • 3. Eau de Toilette – 6 bis 8 Prozent Riechstoffe
  • 4. Eau de Cologne – 3 bis 5 Prozent Riechstoffe

Eine weitere Duftklasse ist das Eau de Solide, welches nur noch mit einem Anteil von 1 bis 3 Prozent an Riechstoffen ausgestattet ist.

„Aroma: ein Wispern, das die Nase hört.“

Die Parfümherstellung

Entdecke die Welt der aufregenden Parfüms

Ein Parfüm besteht hauptsächlich aus Alkohol und darin gelösten natürlichen Essenzen wie ätherischen Ölen, die pflanzlicher, aber auch tierischer Herkunft sein können. Später kamen synthetisch hergestellte Duftstoffe hinzu, die das Spektrum der Duftkompositionen bedeutend erweiterten. Heute greifen Parfümeure auf über 2000 synthetische und mehr als 200 natürliche Duftstoffe zurück, die sie zu einem Parfüm mischen. Dabei kommen meist 30 bis 80 Duftnuancen zum Einsatz. Wie solch ein Duft komponiert wird, werdet ihr in einem unserer nächsten Blogbeiträge genauer erfahren. Heute widmen wir uns nun den verschiedenen Arten der Parfümherstellung, denn Parfüm entsteht nicht nur durch Destillation.

Enflourage

Die Methode der Enflourage setzt man vor allem dann ein, wenn man empfindliche Blütenpflanzen verwendet, um deren Duft herauszulösen. Sie ist wohl die älteste der Methoden zur Gewinnung von Duftstoffen. Es wird zwischen einer kalten und einer warmen Enflourage unterschieden. Allerdings wird die kalte Enflourage heutzutage kaum noch angewendet, weil sie sehr aufwändig ist

Kalte Enflourage

Bei der kalten Enflourage, die ihr euch übrigens im Parfümmuseum in Grasse noch ansehen könnt, wird eine Schicht von geruchsneutralem Fett auf eine Glasplatte aufgetragen. Danach kommen auf die Schicht die pflanzlichen Rohstoffe wie eben beispielsweise Blüten. Das Fett ist dann der Geruchsspeicher, an den die Pflanzen langsam ihren Duft abgeben. Das dauert bis zu drei Monate. Um diesen Duft dann von dem Fett, welches jetzt übrigens Pomade heißt, zu lösen, wird es mit Ethylalkohol gewaschen. Wer jetzt an ein berühmtes Buch und dessen Verfilmung denkt, der hat absolut recht. Auch Grenouille, die Hauptfigur in Patrick Süskinds Roman „Das Parfüm“ experimentiert mit der kalten Enflourage.

Warme Enflourage – Mazeration

Bei der warmen Enflourage, die heute das bestimmende Verfahren innerhalb der Gewinnung von Duftstoffen durch Enflourage für die Parfümherstellung ist, wird das Fett zusammen mit den pflanzlichen Rohstoffen auf ungefähr 60 bis 70 Grad erhitzt. Das ganze Prozedere wird mehrmals gemacht und am Ende hat man ein Mazerat. Auch hier wird durch die Zugabe von Ethylalkohol das Duftöl der Pflanzen von dem Fett getrennt.

Destillation

Sehr häufig greift man bei der Duftgewinnung auf die Methode der Destillation zurück. Das Verfahren der Destillation ist für nicht ganz so empfindliche Rohstoffe wie Hölzer oder Kräuter gut geeignet. Kurz gesagt, werden Wasser und die Ausgangsstoffe in einem Kessel erhitzt und dadurch entsteht Wasserdampf., in dem die Duftstoffe gelöst sind. Dieser wird in der Destillationsanlage aufgefangen und wieder abgekühlt. Am Ende haben wir die feinen Duftstoffe herausgefiltert. Das Ganze funktioniert quasi genauso wie bei der Produktion von Bränden, Whisky und so weiter.

Extraktion

Heutzutage wird am häufigsten das Verfahren der Extraktion zur Gewinnung von Duftölen für die Parfümherstellung angewendet. Es ist ein physikalisches Verfahren, bei dem die ätherischen Öle der Pflanzen, Hölzer und Kräuter mithilfe von flüchtigen Gasen gewonnen werden. Dafür werden sie erst zerkleinert und dann mit Lösungsmitteln wie Butan, Benzol oder Hexan vermischt. Die Öle lösen sich und gehen in die Flüssigkeit über. Das dauert meist einige Durchgänge lang. Hat man diese Flüssigkeit, verdampft mit Hilfe der Destillation das Lösungsmittel und übrig bleiben unsere kostbaren Duftöle.

Expression

Die Expression, also das Auspressen, ist besonders gut bei Zitrusfrüchten anwendbar. Die Schalen von Zitronen, Limetten, Orangen, Grapefruit und so weiter werden erst durchlöchert und dann einfach ausgepresst. Man fängt die feuchten Öle mithilfe von Papier auf und trennt so die wasserhaltigen von den Duftölen.

Parfümherstellung durch synthetische Duftstoffe

Wir haben es schon erwähnt: mittlerweile greifen Parfümeure auf eine riesige Palette synthetischer Aromen und ätherischer Öle zurück. Etwa um das Jahr 1930 herum begann man mit der Produktion dieser Nachempfindungen der Düfte aus der Natur. Man analysiert die chemische Struktur von Pflanzen und Pflanzenteilen oder auch tierischen Gerüchen und baut diese dann nach. Eine Methode, mit der man dies erreichen kann, ist die Molekülsynthese. Zum Einsatz kommen hier Gaschromatographen, die die natürlichen Rohstoffe getrennt nach ihren molekularen Bestandteilen analysieren. Kennt man die Formel, kann man im Prinzip dann alles künstlich nachbauen.

Die meisten Parfüme sind heute aus synthetischen Rohstoffen hergestellt oder enthalten nur sehr geringe Anteile natürlicher Duftstoffe. Aber es gibt zum Glück einen wundervollen Trend zurück zur Natur und somit auch wieder ein wachsendes Angebot an Parfümen, Duftwässerchen und Kosmetikprodukten insgesamt, die nicht mehr auf Chemie, sondern auf natürliche Bestandteile setzen. Und auch mit diesen entstehen die wunderbarsten und extrem vielfältige Düfte und Duftwelten, die ihr zum Beispiel hier bei uns im Vi Tva Hairshop entdecken könnt.

Das war er also, der Beginn unserer Reise durch die Welt des Parfüms und der Parfümherstellung, Schaut immer wieder bei uns vorbei, denn es gibt noch viel mehr zu entdecken!

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