Berühmte Friseure – bekannte Namen des Friseurhandwerks

Berühmte Friseure?! Keine Angst, wir haben nicht vor, hier eine Hitliste der besten Starfriseure oder der beliebtesten Promi-Friseure zu erstellen. Erstens gibt es die schon tausendfach und jedes Jahr in neuer Auflage. Und Zweitens sollt ihr ja nicht nach München oder Berlin kurven, sondern gleich um die Ecke bei uns im Laden vorbeischauen, wenn ihr eurem Haar eine Frischzellenkur und ein stylisches neues Outfit verpassen wollt. Wir sind zwar noch nicht berühmt, aber wenn es um euren Kopf geht, seid ihr in den besten Händen.

Wir wollen uns in diesem Beitrag eher den Friseuren widmen, die einiges zum Handwerk des Friseurs beigetragen haben. Da wären Vidal Sassoon aus der neuen Friseurgeschichte, aber auch der Erfinder der Dauerwelle oder der Protagonist der Schnurrbartmode vom Hofe Kaiser Wilhelm dem Zweiten, die hier Erwähnung finden sollen. Eingebettet werden die großen Namen des Friseurhandwerks natürlich in eine kleine Einführung zum Friseur an sich und die Entwicklung des Handwerks. Na dann, los geht es!

Was ist eigentlich ein Friseur?!

Friseure von damals schrieben diese wunderschöne Geschichte!

Haare sind wichtig für unsere Persönlichkeit. Wir drücken damit aus, was wir fühlen und wer wir sind. Damit unsere Haare am besten zur Geltung kommen, besuchen wir einen Friseur – oder sind eben gleich selbst Friseure, wie wir! Doch, was ist eigentlich ein Friseur, woher stammt der Begriff und seit wann gibt es diese Haarkünstler?

Die Bezeichnung Friseur stammt aus dem Französischen und leitet sich aus dem Wort friser ab. Das bedeutet so viel wie wellen oder kräuseln. Schon im alten Ägypten wurde den Haaren viel Aufmerksamkeit gewidmet. Das kann man zum Beispiel aus alten Tontafeln, in Werken von Bildhauern oder auf Zeichnungen aus dem 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung sehen. Damals waren noch Sklaven für die Pflege und Frisur der Haare zuständig, aber hier liegen die Wurzeln für die Entwicklung des Friseurhandwerks. Übrigens war dies im alten Rom ähnlich. Die Sklavinnen für die Haare hießen da noch nicht Coiffeur, Hair-Stylist oder Fachkraft für die Pflege des Kopfhaares, sondern schlicht und einfach Kalami. Wer mehr zur Entwicklung des Friseurhandwerks aus dem Beruf des Baders und Barbiers wissen möchte, der sollte unbedingt unseren Beitrag Vom Barbier zum Frisör – das Friseurhandwerk in der Geschichte lesen.

Berühmte Friseure!

Die Geschichte des Friseurs wäre nichts ohne bekannte Namen und große Innovationen und Erfindungen. Prachtvolle Locken, die dauerhaft halten, coole Schnitte, die kaum Styling benötigen und platinblonde Haare wären gar nicht möglich, wenn deren Erfinder nicht gewesen wären. Vier von diesen mächtig coolen Leuten wollen wir uns heute mal näher anschauen. Sicherlich gibt es noch mehr erwähnenswerte Künstler, doch zum Glück sind die alle schon lange tot und könne sich daher nicht mehr beschweren, wenn die an dieser Stelle nicht ins Spiel gebracht worden sind.

Marcel Grateau und die Ondulation!

Bis in die 1960er Jahre wurde onduliert, was das Zeug hält. Auch heute ist es noch nicht ganz aus der Mode gekommen. Wer eine Frisur passend zur Mode und dem Style der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts möchte (und das wollen viele, wir kennen sie alle^^), kommt auch heute noch nicht am Prinzip der Ondulation vorbei. Erfunden hat dies der Franzose Marcel Grateau, und zwar schon im Jahr 1872. Ondulation leitet sich von ondu (lateinisch für Welle) ab, und meint das künstliche Einbringen von Locken ins Haar. Übrigens nicht nur ins Haupthaar, sondern auch in den Bart. Wer gute Augen hat, sieht vielleicht sogar heute noch den ein oder anderen trendigen Bartträger, der sich Locken in den Bart onduliert. Mega!

Gut, aber wie funktioniert das Ondulieren denn nun? Um die Locken und Wellen zu erzeugen, verwenden wir Friseure oft Brennscheren, oder neumodische Ondulierstäbe. Bei Grateau, dem Erfinder des Verfahrens, waren es jedenfalls noch Brennscheren, die erhitzt wurden und mit denen dann das Haar in Form gepresst wurde. Das Verfahren der Ondulation muss man beherrschen, denn allzu oft werden die Haare regelrecht verbrannt und die ersehnten Wellen und Locken lassen lange auf sich warten, wenn die geschädigten Haare der Schere zum Opfer gefallen sind. Die heutigen modernen Ondulierstäbe sind glücklicherweise wesentlich schonender zu eurem Haar.

Karl Ludwig Nessler – der Erfinder der Dauerwelle!

Zum Glück wurde nur wenig später, im Jahr 1906, ein Ondulationsverfahren entwickelt, welches dauerhafte Wellen und Locken ins Haar zauberte – die Dauerwelle. Und wer hats erfunden? Ein deutscher Friseur, nicht die Schweizer. Karl Ludwig Nessler hieß der gute Mann, der vor allen den Frauen im Jahr 1906 ein fantastisches Geschenk machte. Er war Sohn eines Schuhmachers und im Schwarzwald als Junge oft in den Bergen bei den Schafen unterwegs, Schon da fiel ihm auf, dass diese immer gekräuseltes Haar haben. Später begann er seine Ausbildung zum Friseur, brach ab, wanderte durch Europa und lernte viel. In der Schweiz – ach, nun doch die Schweiz! – genauer gesagt in Genf, setzte er dann seine Ausbildung bei einem vornehmen Coiffeur fort. Er liebte die Franzosen und deren Sprache und nannte sich fortan auch etwas edler, nämlich Charles Nessler oder manchmal auch Charles Nestlé.

Die mutigste Frau aller Zeiten – Katharina Laible!

Charles Nessler zog es nach ein paar Jahren in Genf nach Paris. Dort lernte er die Ulmerin Katharina Laible kennen. Sie war wohl echt die mutigste Frau ihrer Zeit, denn an ihr durfte er sein neues Verfahren der dauerhaften Ondulation ausprobieren. Dafür benetzte er die Haare mit einer ominösen Flüssigkeit und drehte sie wie eine Schraube um Metallstäbe. Das ganze, sicher sehr interessant aussehende Gebilde erhitzte er mit einer Art Waffeleisen. Es gab Brandblasen beim Opfer und Muskelkater beim Täter. Nach dem dritten Versuch funktionierte es – die Locken blieben dauerhaft erhalten und Nessler nannte es Dauerwelle. Nessler arbeitet zeit seines Lebens an der Perfektion der Methode und sicherte sich nebenbei auch noch ein Patent auf die Herstellung von künstlichen Wimpern und Augenbrauen. An seiner Seite dabei immer sein erstes Opfer. Katharina wurde seine Ehefrau.

François Haby – Schnurrbartmode vom Hofe des Kaisers!

Ein weiterer bekannter Name unter den Friseuren lautet François Haby. Er war der Hoffriseur von Kaiser Wilhelm dem Zweiten. Der Hugenotte aus Königsberg zog nach Berlin, um dort seinen Friseurladen zu eröffnen. Dieser lief hervorragend und Haby nahm Kosmetikprodukte in seinen Laden mit auf. Eines dieser Produkte war die Bartpomade Donnerwetter – tadellos! Ja, so hieß die wirklich. Und mit seiner Bartwichse sollte Haby noch weltberühmt werden! Diese nämlich, zusammen mit der Bartbinde, brachte des Kaisers Schnurrbart in die weltweit als sein Markenzeichen bekannte nach oben gezwirbelte Position. Diese Barttracht, auch Kaiser-Wilhelm-Aufsteiger genannt, wurde in ganz Deutschland unglaublich erfolgreich. Im Jahr 1890 wurde François Haby zum Hoffriseur ernannt und durfte, oder eher musste, den Kaiser jeden Morgen zum perfekten Look verhelfen und ihn natürlich auch auf allen seinen Reisen begleiten.

Vidal Sassoon – Revolutionär der Schnitttechniken!

Im Laufe der Jahre verfeinerten sich viele Dinge und es entstand eines der besten Handwerke!

Zum Schluss wollen wir noch einen Revolutionär vorstellen. Vidal Sassoon steht für sensationelle Innovation in der Schnitttechnik. Der britische Friseur und Unternehmer steht für die Einführung geometrischer Formen auf dem Kopf und hat den Bob zu neuem Leben erweckt. Ein Leben, welches anscheinend niemals enden wird. Vidal Sassoon fing klein an. Als Shampoo-Boy verdiente er sich schon als Vierzehnjähriger sein Geld. Das machte er nicht zum Spaß, sondern weil seine Familie das zusätzliche Einkommen dringend benötigte. Doch er fand Gefallen daran und wurde in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts (wie das immer klingt, als wären wir über Nacht alt und grau geworden) zu einem der angesagtesten Friseure der Welt. Sein Markenzeichen waren schlichte und kurze Haarschnitte, die durch ihren asymmetrischen und geometrischen Stil bis heute beliebt sind und wohl niemals aus der Mode kommen werden. Noch heute wird an den Akademien, deren erste er damals im Jahr 1967 eröffnet hatte, seine berühmte Schnitttechnik gelehrt. Einfach und avantgardistisch sind seine Schnitte unter dem geflügelten Wort „Wash and Wear“ bekannt und geben den Frauen die Freiheit, gut auszusehen, ohne Stunden im Salon verbringen zu müssen. Na, Dauerwelle oder Bob? Oder doch eine ondulierte Frisur? Worauf habt ihr jetzt Lust bekommen? Wir irgendwie auf alles und wir werden es nun gleich an den Besuchern bei uns im Hoffriseur ausprobieren. Kommt doch auch einmal vorbei! Wir freuen uns auf euch! Und keine Angst: Die Brennschere und das Waffeleisen haben wir verbannt und deren moderne und hochwertige Nachfolger im Frisierwägelchen.

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